Schulgärten

Schulgärtnern gehört zum praktischen Klimaschutz dazu! Warum?
Es gibt immer mehr Kinder und auch Erwachsene, die nichts mehr davon wissen, das Erdbeeren, Tomaten und eigentlich alles, was bei uns wächst, nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr geerntet werden kann. Die meisten sind gewohnt im Supermarkt einzukaufen, in dem es gegen Geld jederzeit alles gibt. Tomatensalat im Winter ist für viele deshalb ganz normal. Aber eigentlich ist das nicht normal, jedenfalls nicht für unser Klima. Wenn Gemüse, Obst und Futter für unsere Tiere täglich und in großen Mengen weite Strecken in Lastern oder Flugzeugen zurücklegen, wird viel klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen. Die Lagerung in Kühlhäusern, die industrielle Verarbeitung unserer Nahrungsmittel und auch die Massentierhaltung schluckt Energie und spuckt klimaschädliche Gase aus.

So manches Kind weiß auch gar nicht, welches Obst oder Gemüse eigentlich hier bei uns in der Region wächst!

  • Lauch, Möhren und Himbeeren, JA…
  • Avocado, Auberginen und Ananas, NEIN…
  • Tomaten, Paprika und Salatgurken… nur im Gewächshaus!

Im Schulgartenunterricht schauen wir gemeinsam den Pflanzen beim Wachsen zu, die Kids sehen, wie viel Wasser, Wärme, Zeit und Liebe es vom Samenkorn bis zum Ernten braucht. Schulgartenkinder wissen genau, dass es regnen muss, damit auf den Feldern vor der Stadt Getreide, Mais und Rüben wachsen können. Sie lernen, wie wichtig Bodenorganismen für eine „gute“ Erde sind und das Insekten keinesfalls „weg gespritzt“ werden müssen. Sie beobachten Bienen und Schmetterlinge bei ihrer Arbeit für den Garten und staunen über jedes Blatt das „ihre“ Pflanze aus dem Stengel schiebt! Schulgarten macht das Leben mit der Natur und dem dazugehörigen Klima erlebbar. Das Wissen, das hier hängen bleibt, ermöglicht es den Erwachsenen von morgen, frühzeitig nachhaltig und selbstbestimmt zu handeln. Das möchten wir, die Schulen und die Eltern unterstützen!

Videoclip vom Schulgärtnern in der Südstadt

Schulgärten in der Südstadt in Corona-Zeiten: Eigentlich sind die Schulhöfe leer und doch passiert etwas in den Schulgärten der Rostocker Südstadt: Es wird gegossen, gehackt, gesät, gepflanzt und gemulcht! Am letzten Freitag, den 17.04.2020 wurden auf den Schulhöfen der Juri-Gagarin-Grundschule und der Werkstattschule in Rostock die ersten Beete bepflanzt. Mangold und Salat, Fenchel und ein paar Zwiebeln schmücken die Erde. Das Projekt „KURZE WEGE BUNTE HÖFE in der Rostocker Südstadt“ betreut diese zwei Schulgärten und hat gemeinsam mit den Schulen beschlossen, die Gartenarbeit trotz Ausnahmezustand gemeinsam anzugehen – natürlich mit Abstand! Lehrer*innen, Erzieher*innen und Kinder in der Notbetreuung kümmern sich nach dem ersten Einsaat- und Pflanztermin um die Beete und gießen fleißig. Wer möchte, kann sich den Clip dazu anschauen:

Don-Bosco-Schule
Gemeinsam mit der Don-Bosco-Schule sind wir auf der Suche nach einem Schulgarten. Trotz viel Arbeit, Geduld und Vorfreude dürfen wie nun nicht die angedachte Parzelle in der KGA Rote Burg übernehmen.
Jetzt wird nach Alternativen gesucht:

Gute Erde, Hochbeete und Randstreifenbegrünung auf dem Schulhof? Hilfsangebote für Gärtner*innen in den angrenzenden Kleingartenanlagen, die sich altersbedingt darüber freuen? Oder ein ganz neuer Anlauf in einer anderen Gartenanlage? Ideen sind gefragt und können hoffentlich zum neuen Schuljahr umgesetzt werden. Apfelbäume haben es jedenfalls schon auf den Schulhof geschafft. Mal sehen, wie es weitergeht!

Junge Apfelbäume auf dem Schulhof der Don-Bosco-Schule

In der Juri-Gagarin-Grundschule wurden im Februar 2020 zwei Hochbeete aufgestellt. In einer Schulgarten-AG im Hort (1.-4. Klasse) gehts um Kräuter für Tee & Limo, Beerensträucher zum Naschen, Gemüse in den Beeten. Es wird gesät, gepflegt, geerntet und gemeinsam gegessen … und das sogar in den Ferien, denn der Garten macht – wie auch der Hort, keinen Urlaub!

Auch die Werkstattschule ist mit dabei. Zusammen mit dem Hort richten wir zwei Hochbeete her und legen einen kleinen Gemeinschaftsgarten an, auf denen die Kinder einer Schulgarten-AG wöchentlich erste Erfahrungen mit dem Gärtnern machen können: vom Einsähen bis zum gemeinsamen Kochen – und wer weiß welches wilde Kraut essbar ist und sich im Salat gut macht?

Ziel der Arbeit im Schulgarten ist es immer, Kinder dafür zu sensibilisieren, woher Nahrungsmittel kommen. Nämlich aus der Erde! Wie wichtig der Schutz von Boden und Klima ist, lernen die Kids dabei fast von selbst. In Gesprächen werden relevante Themen kindgerecht angesprochen und diskutiert und – vielleicht im Einweckglas – mit nach Hause genommen.